Im letzten Blogeintrag habe ich über die Erwartungshaltung der Generation Z gegenüber der Arbeitswelt geschrieben. Dabei ging es um die Bedürfnisse und Verhaltensweisen: Reflexion, Flexibilität und Nachhaltigkeit. In diesem Blogeintrag möchte ich konkreter auf die Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und die Auswirkungen der Digitalisierung eingehen. Eine erste wichtige Erkenntnis ist, dass die Generation Z nicht nur ein anderes Mindset hat, sondern seit den letzten paar Jahren digitale Möglichkeiten zur Verfügung hat, welche ihren Umgang miteinander und ihr Verhalten massgeblich verändert haben.

Wie ich jeweils im Young Generation Mindset aufzeige, gibt es drei Grundbedürfnisse der heutigen Jungen: Sofortigkeit, Flexibilität und Klarheit. Relevant für die Arbeitswelt ist vor allem eines: Die Flexibilität! Wir sehen diese Entwicklung bereits bei grösseren und innovativen Unternehmen. Diese gehen weg von traditionellen, fixen Arbeitsplätzen, hin zu flexiblen und smarten “Workstations”, an welche man sich nach Lust, Laune und Bedürfnis hinsetzen kann. Auch das Home Office oder das Mobile Office unterwegs (z.B. die restlichen Mails und Excel Sheets im Zug erledigen) wird für die Generation Z selbstverständlich sein.

Kommunikation

Die Jungen kommunizieren zwar schnell, aber häufig unpräzise und überhaupt nicht formal. Ein spannender Fact habe ich im Buch “Generation Jobless” von Peter Vogel gefunden: «Many young people spend just as much time online as they do offline with the majority of interaction with their peers happening through Facebook or Whatsapp. Social norms and ways of communication and collaboration are fundamentally shifting.»

Eines ist klar, das Smartphone wird noch stärker zur Fernbedienung unseres Lebens und macht auch im Businessleben keinen Halt. Doch dies bringt diverse Chancen und Probleme mit sich:

  • Das Mobile Office wird noch flexibler: in Zukunft werden wir ohne Probleme für kurze Businesstrips nur mit dem Smartphone reisen und alle essentiellen (Business-)Aufgaben darüber erledigen können.
  • Es besteht ein höheres Risiko, da die sonst optimal geschützten firmeninternen Daten, den zahlreichen mobilen Applikationen ausgesetzt sind, welche vielfach eine hohe Funktionalität haben, aber die notwendige Sicherheit noch nicht aufweisen. Zusätzlich ist man unterwegs ständig mit dem öffentlichen Wifi verbunden, welches häufig den “weakest link” in der Cyber Security darstellt! 
  • Dank WhatsApp, WeChat, Yammer oder iMessage kann kurz und bündig kommuniziert werden. Das Hierarchie-Denken und die Sie-Form werden immer weniger gebraucht und es entsteht eine eher kollegiale Kommunikation, welche sich auf die Umsetzung der Aufgabe fokussiert.
  • Obwohl WhatsApp Gruppen auch für geschäftliche Zwecke verwendet werden können und allenfalls die Produktivität im Team stark erhöhen kann, fehlt auf der anderen Seite die klare Trennung zum privaten Leben. Auch der Feierabend oder das Wochenende soll reichlich genutzt werden, um abschalten zu können. Man sollte nicht ständig wegen den neuen Nachrichten im Chat an die Arbeit erinnert zu werden. Dies setzt unter Druck, weil man ja nicht zwingend spontane (wichtige) Diskussionen im Projektchat verpassen möchte.

Organisation

Wie im vorherigen Abschnitt geschildert, wird der Arbeitsplatz flexibler und ortsunabhängiger. Die Generation Z baut ihre Freizeit nicht um den Job herum, sondern sucht den Traumjob, welcher perfekt in ihren Lifestyle passt. Das bedeutet, dass wir immer mehr vom klassischen Nine-To-Five Modell wegkommen und hin zu einem flexiblen Arbeitszeiten-Schema. Wer um 16:00 Uhr Sporttraining hat und früher gehen muss, der organisiert sich halt so, dass er von Zuhause aus noch eine Stunde nacharbeitet.

Man verschiebt sich die ToDo’s des privaten Lebens nicht mehr auf den Abend, sondern kann diese sporadisch während dem Tag organisieren. Doch eine solche flexible und durchgeplante Vermischung des Privat- und Geschäftsleben erfordert Konzentration und Disziplin.

Wenn die Generation Z ins Arbeitsleben eintritt, werden folgende Dinge nötig:

  • Fokus während den Arbeitssequenzen (Smartphone weglegen, Nicht Stören Modus)
  • Kürzere und effizientere Meetings möglich dank Skype und digitalen Whiteboards
  • Alle einzelnen Aufgaben sowie auch die ganze Jobausgestaltung muss einen glasklaren Sinn und Nutzen haben. Die Generation Z hat bei der vorhergehenden Generationen genug lange zugesehen, wie diese unzufrieden mit ihrer Arbeit waren, sich aber trotzdem kommentar- und wehrlos durchgeackert haben. Die Generation Z hinterfragt, reflektiert und möchte einen langfristigen Impact haben. Dazu steht die Zufriedenheit an oberster Stelle – ansonsten sind sie schnell wieder weg!
  • Arbeitsplatz Optimierung (Smart Workplaces) in bestehenden Gebäuden (siehe aktuelle Studie der Deloitte)
  • WhatsApp oder Facebook Messenger werden E-Mail nicht ersetzen, denn ein Mail ist erstens verbindlicher und zweites übersichtlicher wenn es um komplexere Themen geht
  • Auch Unternehmen werden auf den Zug der Sharing Economy aufspringen müssen. Die Generation Z wird sich gewohnt sein, nicht ihren eigenen Arbeitsplatz mit ihren eigenen Materialien zu haben. Sie sind froh, von über all auf alles zugreifen zu können und sich selbst möglichst leicht bewegen zu können.

Produktion

Hand in Hand mit flexibler Organisation geht auch die flexible und orstunabhängige Produktion. Wie gesagt, die Generation Z wird sich gewohnt sein, um 16:00 kurz ins Training zu gehen und um 18:00 umso produktiver die restlichen zwei Stunden fertig zu arbeiten. Nur weil sie um 17:00 aus dem Büro gehen, bedeutet dies nicht, dass sie auf ihrer 45min Zugfahrt nach Hause nicht mehr produktiv sein können. Alle Computerapplikationen gibt es auch in mobiler Version fürs Smartphone und Tablet. Ein schönes Beispiel von einem solchen flexiblem Workflow zeigt Adobe:

Dank unzähligen WIFI Hotspots (nun sogar in Flugzeugen, Bussen oder Taxis) kann ich rund um die Uhr produktiv sein, Teammeetings abhalten oder sogar Produktionsmaschinen neu einstellen. Gerade in kreativen Jobs gibt es viele Momente im privaten Leben, welche man sofort notieren und am nächsten Bürotag umsetzen möchte. Dank cleveren Tools wie Evernote oder OneNote habe ich geräteunabhängige Flexibilität um 24/7 produktiv zu wirken und das Maximum für meine Firma herauszuholen – nicht nur wenn ich gerade im Büro sitze. Einen tollen visionären Film über die Produktivität der Zukunft habe ich letztens von Microsoft gesehen:

Ein Problem, welches meiner Meinung nach enorm unterschätzt wird, ist die Geschwindigkeit und das Ausmass der neuen Technologie. Wir werden grosse Produktivitätssteigerungen beobachten können. Viele Jobs wird es nicht mehr in dieser heutigen Form geben, dafür wird es andere neue Berufe geben – und gerade die Generation Z wird mit diesen Entwicklungen die meist betroffene Generation sein. Nicht die Kommunikationsarten und das neue Mindset wird von entscheidender Bedeutung sein, sondern der korrekte Umgang mit diesem technologischen Wandel! Die Digitalisierung wird unser Leben zwar schöner machen, aber gleichzeitig auch vielen Kopfschmerzen begleiten. Als Gesellschaft werden wir dadurch weitergebracht, aber Individuen werden teilweise stark zurückgestossen, in dem ihr einstiger Traumberuf (Lokführer, LKW Fahrer, Industrieproduktion, Controlling…) durch Maschinen ersetzt werden!

 


Wenn ich Ihnen in diesen Themen weiterhelfen kann, kontaktieren Sie mich für ein Gespräch. Mehr zu meinen Services: www.neoviso.ch/services/

 

Yannick Blättler – September 2016

www.neoviso.ch