Playback-Shows waren früher immer eine lustige Sache. Sei es als Contest für die Kinder, als Show beim Familienfest oder bei einem Abschlussabend der Schule: amüsante Verkleidungen und kreative Choreografien waren immer dabei. Diesen Trend haben chinesische Tech-Unternehmer wahrlich digitalisiert und feiern mit der rasant verbreitenden App „Musical.ly“ momentan grosse Erfolge. Die App war bereits in 19 Ländern an der Spitze der App-Download-Charts!

Musical.ly NEOVISO

Bei Musical.ly geht es darum, dass man einen Ausschnitt aus einem bekannten Song auswählt und danach ein sogenanntes „Lip-Sync“-Video aufnimmt. Man singt also nicht wirklich dazu, sondern tut nur so (eben Lippensynchronisation). Viel wichtiger sind jedoch die Choreografien, welche man dazu abliefert. Diese reichen von einer Einzelperformance, über synchrone Tänze und Bewegungen mit guten Freunden bis zu einstudierten Kurzgeschichten mit einer ganzen Schulklasse. Vielfach wird jedoch nicht getanzt, sondern man sieht nur den Oberkörper und es wird mit Händen, Gesichtsausdrücken und verschiedenen Utensilien zu den Songs performt. Hat man das Video fertig aufgenommen, wählt man noch einen passenden Filter aus, setzt ein paar Hashtags dazu und publiziert es Online auf seinem Musical.ly-Channel. Dort können die Abonnenten aus aller Welt das Video anschauen, kommentieren und natürlich liken. Hier ein Zusammenschnitt von den besten Videos aus dem 2016. Achtung, gewisse Videos sind wirklich verrückt! 😉

Wachstum und Erweiterung

Das Wachstum der App ist kaum zu stoppen. Sie fokussiert sich vor allem auf 12-22 jährige Jungs und Mädchen. Obwohl das soziale Netzwerk erst 2014 lanciert wurde zählte sie im August 2016 bereits 140 Millionen User. Viele davon auch im europäischen Raum. Das Spannende daran ist, dass die User (40 Millionen monatlich) sehr stark miteinander innerhalb der App interagieren. Bekannte Musical.ly Stars setzen manchmal 2-3 Videos pro Tag online, denn täglich werden im Schnitt 12 Millionen neue Videos hochgeladen. Die User-Base ist also sehr loyal. Das weitere Wachstum lässt sich schwierig abschätzen und hängt wohl von der Innovationskraft der App-Entwickler ab, um das Interesse an der App zu halten. Betreffend “Innovationskraft” ist der Innovationskampf zwischen Instagram und Snapchat sehr spannend zu beobachten und es werden aktuell auf beiden Plattformen fast monatlich neue Updates herausgebracht, um das Rennen um die User zu gewinnen. Musical.ly gehört natürlich nicht in diese Kategorie, wer sich aber für die neusten App-Features der Foto und Videosharing-Apps interessiert, sollte ich unbedingt damit befassen.

Um den Live-Trend nicht zu verpassen, lancierten Sie im 2016 mit „Live.ly“ eine Erweiterung der App, welche es den Usern erlaubt, Live-Videos zu schalten. Meistens geht es bei diesen Live-Videos darum, mit seiner eigenen Fangemeinde zu interagieren, Fragen zu beantworten und Ideen für neue Videos entgegenzunehmen, denn die User können Live-Kommentare zum Video schreiben.

 

Relevanz für das Marketing

Nun denken Sie sich, dass dies alles nur Spiel und Spass ist. Während es für viele bei dem auch bleibt, gibt es aber junge Leute aus der Generation Z, die sich auf Musical.ly eine sehr grosse Fangemeine geschaffen haben. Bekannte Stars sind beispielsweise Jacob Sartorius, Loren Beech, Zach Clayton oder Lisa & Lena. Auch in der Schweiz gibt es einige Musical.ly Stars mit einer Anzahl Followern im fünf- bis sechsstelligen Bereich, wie beispielsweise Simomo.

In den USA gibt es deshalb viele Stars, die bereits als 12 oder 14 Jährige grosse Sponsoringdeals mit bekannten Brands abschliessen. So tragen sie einmal ein Shirt von Urban Outfitters, ein anderes mal ein Baseball-Cap von Nike und das nächste Mal drehen sie ein Video mit einer Nivea-Créme. So verdienen gewisse Musical.ly Stars bereits mehrere $100’000 im Jahr. Dies nennt man Influencer Marketing, welches in einem anderen Blogeintrag ausführlich beschrieben wird. Während sie zuerst nur auf Musical.ly bekannt sind, vergrössern sie ihre Bekanntschaft auch auf anderen Kanälen wie Instagram, Snapchat oder Facebook. Wer es richtig macht, erschafft sich sogar Relevanz bei Events mit den Stars und Sternchen der Entertainment-Welt. So sind beispielsweise das Duo Lisa & Lena regelmässig auf dem roten Teppich bei grossen Veranstaltungen zu finden.

Wer also effektive Werbung bei der Generation Z kreieren will, muss sich zwingend mit diesen neuen Plattformen auseinandersetzen – am besten bereits in den frühen Phasen der Entwicklung dieser Apps. Gleichzeitig lässt sich auch erkennen, welche Artisten, Themen und Kleider bei der Generation Z im Trend liegt. Um die neusten Trends der Generation Z nicht zu verpassen können Sie NEOVISO auf verschiedenen Kanälen folgen: Instagram, Facebook oder LinkedIn.

Mehr dazu: http://expandedramblings.com/index.php/musically-statistics/  (die App Entwickler bleiben mit ihren Zahlen oft verschlossen)
und hier:  http://www.onlinemarketingrockstars.de/musically-deutschland-papik/

Mehr Blogposts zur Generation Z: hier lang!