Das neue Feature ‘Instagram Stories’ wird aktuell sehr heiss diskutiert. Marketingverantwortliche, Millennials sowie auch App-Entwickler beobachten und debattieren über die neue Funktion der Foto-App. Egal ob dies nun eine billige Kopie oder ein cleverer Schachzug ist – mein Interessenfokus liegt anderswo!

Anfangs August hat Instagram ein Update herausgebracht, welches den Nutzern erlaubt, Fotos hochzuladen, welche nach 24 Stunden automatisch verschwinden. Nebstdem, dass der Name ‘Instagram Stories’ sehr nahe beim schon länger bestehenden ‘Snapchat Stories’-Konkurrenten gewählt wurde, ist auch die Funktionalität praktisch identisch. Snapchat gilt schon seit mehreren Jahren als führende App, für temporäre Bilder- und Videouploads. Auch hier verschwinden die zugesandten Bilder entweder direkt nach dem (einmaligen) Anschauen oder nach 24 Stunden.

Viele Leute bezeichnen also das neue Feature von Instagram als ‘billige’ und direkte Snapchat-Kopie. Gewisse Thought-Leaders nennen dieses Update bereits den Anfang des Untergangs von Snapchat, andere prophezeien den Anfang des Instagram-Ende, weil ja anscheinend bereits die Ideen ausgehen. Ich denke, dass weder das eine oder das andere untergehen wird, sondern jeder die Kernfunktionen, mit denen sie gross geworden sind, behalten wird und diese werden auch in Zukunft von den Nutzern geschätzt und verwendet.


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Instagram Stories Funktion

 

 

Während sich die einen streiten, haben sich die anderen bereits Zeit genommen und diese neue Funktionalität unter die Lupe gepackt. Denn aus Sicht des Marketings liegt der Fokus nur auf einem Aspekt, welcher je nach Plattform sofort in die Marketingstrategie eingebaut werden muss: wo schenken die Nutzer ihre Aufmerksamkeit?

Der Fokus aus Marketingsicht sollte plattform-flexibel sein: wo liegt die Aufmerksamkeit?

Veränderungen bei Instagram

Das Problem bei Instagram war, dass in letzter Zeit einerseits ein sogenanntes “Overposting” stattgefunden hat (die Anzahl Posts pro Tag haben enorm zugenommen). Gewisse Brands und bekannte Seiten haben mehrere Bilder pro Tag hochgeladen, um jederzeit weit oben im Feed zu landen. Andererseits wurde einen Content-Anzeige Algorithmus eingebaut. Laut Instagram können bis zu 70% der veröffentlichten Inhalten untergehen! Das heisst, ein Foto oder Video verlor enorm an Impressionen, was natürlich entgegen einem erfolgreichen Online Brand-Building wirkt! Das “Overposting” wurde von vielen trotz des Algorithmus’ weitergeführt, was natürlich aus folgendem Grund nutzlos ist: obwohl man viele Geschichten zu teilen hätte, muss man sich mit weniger Posts begnügen, denn so ist die Chance höher, dass der eine Post insgesamt mehr Aufmerksamkeit kriegt, als drei einzelne Posts kumuliert. Die Gratis-Plattform generiert seine Einnahmen hauptsächlich mit Werbegeldern von Unternehmen. Wenn diese die Lust und Attraktivität der App verlieren, fällt auch ein langfristiges Wachstum ins Wasser. Instagram hat dieses Problem natürlich erkannt.

Mit den Instagram Stories verschwindet das Problem des “Overpostings” und der Content geht nicht mehr unter! (vorerst)

Als Lösung kommt nun also Instagram Stories: hier kann man problemlos und ohne Bedenken mehrere Duzend Posts absetzen und hat somit kein Problem des “Overpostings”. Viele Brands nutzen die Story Funktion um etwas “behind the scenes”-Content zu produzieren. Das gibt den Followern exklusiven Einblick und bindet emotional noch stärker! Zusätzlich ist aktuell die Aufmerksamkeit dieser Story noch enorm hoch: sie erscheinen direkt auf der Eröffnungsseite – bevor die normalen Posts überhaupt beginnen. Das Handling der App ist ebenfalls sehr intuitiv. Aus diesem Grund sollten Marketingverantwortliche, welche diese Chance nutzen wollen, enorm schnell handeln. Da sich viele Nutzer diese Art von UX (User Experience) bereits von Snapchat gewohnt sind, wird die Wachstumsrate an Instagram Story Nutzern sehr hoch sein.

Das Rennen findet nicht zwischen den beiden Plattformen statt, sondern zwischen den Brands und derer Konkurrenz – und zwar auf beiden Plattformen!

Wie bei vielen Plattformen gilt auch hier das Credo: selbst ausprobieren und erste Impressionen gewinnen. Zuwarten, bis grossangelegte Studien und Expertenmeinungen herausgegeben werden, lohnt sich in diesen stürmischen und rasanten Zeiten sowieso nicht mehr! Das Rennen findet nicht zwischen den beiden Plattformen statt, sondern zwischen den Brands und derer Konkurrenz – und zwar auf beiden Plattformen! Denn beide Plattformen bieten aktuell eine grosse Möglichkeit, Brand Awareness zu schaffen. Get your hands on: nur so erkennt man, auf welche Inhalte die Generation Y und Generation Z als Zielgruppe reagiert und welche Themen das Mindset der jungen Generation beeinflusst.

Mehr rund um das Thema Generation Y und Generation Z finden Sie im NEOVISO Blog oder auf der Webpage www.neoviso.ch.