In diesem Blogeintrag möchte ich über das Konzept des «Go To Market» Dreiecks schreiben, welches ich in den letzten Wochen durch diverse Erfahrungen zusammengestellt habe. Hierbei geht es spezifisch um Produkte und Dienstleistungen, welche die jungen Generationen ansprechen sollen. Von diesen Go To Market Konzepten gibt es viele – nachfolgend aber mein Approach dazu.

Angenommen ich habe ein neues Angebot, welches ich im 2017 lancieren möchte. Sagen wir eine Bäckerei in der Stadt Luzern, welche Frozen Yoghurts verkaufen und damit gezielt junge Kundschaft anlocken möchte. Ich bin der Meinung – egal welche Produkte oder Dienstleistungen man heutzutage attraktiv anpreisen möchte – dass es drei Bereiche gibt, welche optimal zusammenspielen müssen, um auf der ganzen Customer Journey bei der Generation Z zu punkten! Das ist das Produkt selbst, das Marketing und die funktionierende und effiziente (!) Technologie.

 

Produkt

Klar, es gibt wohl niemand der sagen würde, das Produkt müsse nicht perfekt sein. Die Frage ist jedoch, wer bewertet überhaupt, ob das Produkt optimal für die Endkonsumenten ist? Gerade bei Innovationen, welche die Generation Z anpeilen sollen, fehlt es in der Entwicklungs- und Verstetigungsphase an Verständnis des Mindsets der jungen Generationen. In den ersten Entwicklungsschritten sollte genügend Zeit investiert werden, damit man danach mit einer hohen Sicherheit sagen kann: „Doch, dieses Produkt ist echt gelungen und passend für die Jungen“. Das qualitativ beste Produkt ist nichts wert, wenn es die Bedürfnisse der neuen Generationen verfehlt!

Im Beispiel mit dem Frozen Yoghurt müsste man den Preis sehr sensitiv auf die junge Generation einstellen – vielfach sind diese viel zu hoch und es ist oft auch für die Jungen nicht nachvollziehbar, wieso man jetzt noch 1.- pro Topping zahlen muss, damit schlussendlich das Yoghurt 10.- kostet.

Normalerweise kann das Yoghurt selber „gezapft“ und zusammengestellt werden. Sollen die Kunden das ebenfalls selber machen oder soll dies das Personal machen? Fühlen sich die Jungen „abgezockt“, wenn das Personal nicht die richtige Menge für den (hohen) Preis beifügt?
Es sollte daher alles durchdacht werden, wie der ganze Bestell- und Bezahlprozess im Laden ablaufen soll. Das alles gehört zum Produkt!
Die Jungen haben unter der Woche nur in gewissen Zeitfenstern (Mittagspause / nach 16:00) Zeit und kommen meist in Gruppen. Das Produkt ist also nicht nur die Qualität des Yoghurts selber, sondern die ganze InStore-Experience!

 

Marketing

Als zweiter wichtiger Eckpfeiler steht das Bewerben des Produktes. Hier gilt es vor allem die richtigen Kanäle zu aktivieren und zu analysieren, wo die Aufmerksamkeit der zukünftigen Generation steht! Ich kann monatelang an meinem Produkt entwickeln und das beste Produkt lancieren – wenn aber niemand davon weiss, dann nützt natürlich alles nichts. Die Wirkung und die Wichtigkeit des Marketings wird vielfach unterschätzt. „Ja dann machen wir etwas Facebook Marketing, versenden einen Newsletter und machen eine separate Homepage. Das sollte ja dann schon klappen“… Solche Aussagen hört man oft und es wird komplett missverstanden, dass dieser Teil ebenso ein zentraler Punkt ist, wie das Produkt selbst.

Als Bäckerei in Luzern muss ich mir also überlegen, auf welchen Social Media Kanälen sind die Schüler und Lehrlinge von Luzern aktiv? Welchen Inhalt soll ich darüber liefern? Brauche ich allenfalls Ambassadoren, welche eine Gruppe von Schülern mal spontan in die Bäckerei mitbringt? Müssen wir einen Frozen Yoghurt Stand am Funk am See haben? Schiessen wir selber kurz ein paar Fotos mit dem Smartphone oder lassen wir professionelle attraktive Fotos schiessen (z.B. vom Store-Opening Event oder möglichen Frozen Yoghurt Kombinationen) – denn heutzutage reagieren die Leute sehr stark auf visuelle Kommunikation.

 

Technologie

Nach dem wir das optimale Produkt und die richtige Marketingstrategie festgelegt haben, braucht es eine funktionierende Technologie, welche die Customer Journey uneingeschränkt begleitet, unterstützt und im Notfall auch reaktiviert. Mit „Technologie“ meine ich einerseits funktionierende Webpage-Formulare, Bestellprozesse, Bezahlsysteme im Shop (Twint / Apple Pay), digitale Treuekarten, aber andererseits auch die skalierbaren Möglichkeiten für das Marketing und Customer Relationship Management. Für den „Go To Market“ muss ich durchdacht und getestet an den Markt gehen. Kleine Patzer können zum Abbruch der Customer Journey führen.

Im Fall des Frozen Yoghurt denkt man zuerst, dass Technologie keine grosse Rolle spielt – falsch gedacht. Die Generation Z will flexibel sein und ist in der digitalen Welt aufgewachsen. Hier nur ein paar Beispiele:

  • digitale Treuekarten für die Smartphone Generation
  • digitale Bezahlmöglichkeiten im Shop
  • Möglichkeit zur Vorausbestellung (z.B. im Voraus beim Pizzaessen, damit nicht die ganze Gruppe anstehen muss)
  • Frozen Yoghurt Zapfmaschine, welche funktionieren muss
  • Digitale Marketingtools, welche auch skalierbar sind
  • Clevere Nachbestellungs-Prozesse beim Yoghurt Lieferanten
  • Live-Information der Länge der Warteschlange

Die Technologie hat viele Facetten und ist meistens der Grund dafür, wieso sich viele den Kopf zerbrechen und mit diesen neuen Angeboten nicht klar kommen, da sie es nicht verstehen!

 

Das Zusammenspiel

Nun sollte es einleuchtend sein, dass beispielsweise eine perfekte Marketingstrategie und die beste Smartphone App und Bezahllösung nichts wert ist, wenn das Frozen Yoghurt selbst massiv überteuert ist. Andererseits kann das preiswerte Dessert mit technologisch perfekten Tools im Hintergrund nicht mithalten, wenn der einzige Marketingkanal noch steinzeitalters-gemäss ein Inserat im Willisauer Bote ist.

Andererseits frustriert es alle Kunden, wenn sie über Social Media Marketing perfekt informiert und vermarktet worden sind, das Frozen Yoghurt bereits in den Händen halten, aber dann im Laden nicht bezahlen können, weil das E-Payment System nicht funktioniert und auch niemand der Angestellten weiss, wie das Ding richtig funktioniert.

Für ein erfolgreicher «Go To Market« braucht es also drei Eckpfeiler, welche optimal harmonieren müssen, damit mittel- und langfristig Erfolg erzielt werden kann!

Mehr zu diesen Themen finden Sie in meinem Blog oder Sie kontaktieren mich auf info@neoviso.ch um gemeinsam die Herausforderungen der zukünftigen Generation anzugehen!